Die Geschichte - Tradition seit 1926

 

 

 

hepunkte der Vereinsgeschichte 

90 Jahre alt wurde 2016 der Hockeyclub Blau-Weiß Speyer, im rheinland-pfälzischen Verband dieser Sportart der am süd-

lichsten gelegene Verein. Gegründet wurde er am 12. November 1926 in der längst verschwundenen Gastwirtschaft "Goldener Adler" auf der Maximilianstraße als Hockey-Abteilung des aus dem Speyerer Vereinsregister ebenfalls verschwundenen FV  Speyer. 13 junge Männer hatten sich zwei Monate zuvor, am 1. September 1926, mit der Idee zur Gründung eines Hockeyvereins zusammengefunden, vermutlich ebenfalls in der erwähnten Wirtschaft: Karl Heiden, Theo Witt, Georg Wässa, Rudolf Vögeli, Ludwig Renz, Hermann Kauer, Hermann Denzinger, Fritz Kiefer, Karl Bold, Dr. Hermann Kimmel, Ludwig Wirth, Hermann Rieser und Ludwig Bibus.

Einige Wochen nach der Gründung lockte das in Speyerer Zeitungen angekündigte  „Hockey-Eröffnungstraining" am 16. Dezember 1926 viele Neugierige auf den „Roßsprung", der Heimat des FV Speyer. Im Jahr darauf mussten die Speyerer das vom Deutschen Hockey-Bund offenbar als Nachweis der spielerischen Reife geforderte ,,Aufnahmespiel" absolvieren – gegen den VfR Landau. Der unterlag klar. Was offenbar zur Folge hatte, dass Hockey in der Südpfalz nie richtig Fuß fasste.

 

Die Hockey-Abteilung des Fußball-Vereins Speyer hatte großen Zulauf. So großen, dass ein Aufnahmestopp verhängt wurde. Die Folge: 1928 bildete sich beim Vorgänger des TSV Speyer, dem TV Speyer, ebenfalls eine Hockey-Abteilung. Zu Spielen zwischen beiden Mannschaften sollen sich an die 1000 Zuschauer eingefunden haben.

 

1933 löste sich die Hockey-Abteilung vom FV und machte sich als HC Blau-Weiß eigenständig. 1938 schlossen sich die TV-Hockeyer dem neuen Club an. Im selben Jahr fanden sich nach der den Nazis befohlene Gleichschaltung alle Sportvereine im VfL Speyer zusammen. 1946 etablierten sich die Blau-Weiß-Hockeyer erneut als Abteilung des Fußball-Vereins, lösten sich aber in den 1950-ern endgültig von ihm.

 

In den Speyerer Hockey-Anfängen wurde zunächst auf dem DJK-Gelände (heute Freibad am "Bademaxx") gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Roßsprung-Nebenplatz und seit 1953 auf dem Weiherhof. Viel Idealismus führte zu einem Schmuckstück, welches in leicht modernisierter Form, immer noch die Heimat des HC Speyer ist. 1985 wurde mit viel Eigeninitiative mit dem Bau eines eigenen Clubhauses begonnen. Um den gehobenen Ansprüchen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Spielfeldes, gerecht zu werden, 1995 konnte dann mit dem Länderspiel Deutschland - Malaysia der lange ersehnte Kunstrasen eingeweiht werden.

 

Ab 1947 bis in die Mitte der Fünfziger Jahre war HC Blau-Weiß Speyer mehrmals Zonen-, Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Meister. Allerdings erlebte der Roßsprung den Höhepunkt des Speyerer Hockey-Geschehens: Am 23. April 1954 wurde dort ein Vorrundenspiel um die deutsche Meisterschaft ausgetragen, das Speyer gegen HC Heidelberg gewann (das Halbfinale verlor Speyer bei Brandenburg Berlin). Schon zwei Jahre zuvor, am 4. Mai 1952, waren die Speyerer beim Griff nach den Sternen gescheitert: Im Ludwigshafener Phönix-Stadion besiegten sie in der DM-Zwischenrunde den HC Bremen, unterlagen dann bei Wacker München. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IN DER AUFSTELLUNG mit Torwart Gert Boegner, Erich Lubig, Werner Winkler, Hans Schutzius, Fritz Huppuch, Werner Bähr, Karl Schopp, Wolfgang Glück, Dr. Theo Spanier, Alois Sohn und Karl „Jimmy“ Deuter holte sich der Hockey-Club im Jahr 1953 die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft. Das goldene Tor für die Speyerer schoss „Jimmy“ Deuter (stehend zweiter von links), der überragende Schlussmann Boegner trug mit seinen Glanzparaden zum Sieg bei.

 

Sportlich konnten in der Folgezeit weitere Erfolge errungen werden. So gewann die 1. Herrenmannschaft 1960 die Pfalzmeisterschaft und die Damenelf 1962 die Pfalz-Saar-Meisterschaft. Auch die "Alten Herren" kamen mit der Pfalzmeisterschaft im Hallenhockey 1963 zu Ehren. Seit den 50er-Jahren kamen und kommen immer wieder Auswahl-Spieler für verschiedene Landesverbands- und Bundesmannschaften. Der international erfolgreichste Speyerer Hockeyspieler ist der inzwischen für den Harvestehuder THC Hamburg als Cheftrainer tätige Christoph Bechmann mit 300 Länderspielen (von 1993 bis 2005), ca. 10 DM-Titeln als Spieler und Trainer, drei Olympia- sowie mehrmaligen EM-, WM- und Champions-Trophy-Einsätzen. Bechmann wurde mit der Auswahl des DHB fünfmal Europameister und 2002 Weltmeister und holte 2004 bei den Olympischen Spielen Bronze. 

Neben den Erfolgen der aktiven Mannschaften war und ist vor allem die Jugendarbeit immer Hauptziel der Vereinsführungen. Dies spiegelt sich in vielen errungenen Rheinland-Pfalz/Saar-Meisterschaften, bis hin zur Teilnahme an Süddeutschen Meisterschaften und Deutschen Endrunden wieder. Auch waren über die Jahrzehnte immer Speyerer Spieler in Auswahlmannschaften bis hin zu Nationalmannschaften zu finden. Diese Jugendarbeit war der Grundstock für viele Erfolge im Aktivenbereich. Hier konnten 1991 mit dem Aufstieg der Herrenmannschaft in die 2. Feldbundesliga sowie dem Aufstieg der Damenmannschaft in die Regionalliga (damals zweitklassig) weitere Highlights gefeiert werden. Bei den Herren folgten noch ein paar Spielzeiten in der Hallenregionalliga (damals zweitklassig), ehe es dann für beide Mannschaften in den Folgejahren inzwischen ein paar Ligen tiefer ging. Doch der Verein unternimmt in jüngster Zeit vor allem im Nachwuchsbereich viele Anstrengungen, um aus eigener Kraft in einigen Jahren bei den Aktiven wieder konkurrenzfähig zu werden.

(wk)

 

Einblick in die große Zeit

Einen außergewöhnlich informativen Einblick in die große Zeit des 93-jährigen Hockeyclubs Blau-Weiß Speyer geben zwei überwiegend handgeschriebene  Chroniken in Bücherform. Ab dem 1. Januar 1951 bis zum 10. Juli 1960 und vom 17. Mai 1969 bis 31. Januar 1991 sind in beiden Folianten die Aufstellungen sämtlicher Mannschaften festgehalten. Ergänzt werden sie durch Zeitungsausschnitte mit Spielberichten, Mannschafts- und Personenporträts.

 

Ob Mitglieder des Vereins zuvor, zwischendrin und auch später ähnliche Übersichten angefertigt haben, ist nicht bekannt. Chronisten waren die ehemaligen Spieler Karl Metzger,  Hermann Collisy, Roland Weich und möglicherweise ein weiterer Spieler, dessen Name unbekannt geblieben ist. Sie gaben die von den Spielbögen übernommenen Mannschaftsaufstellungen fein säuberlich entweder in Schreibform oder in Druckbuchstaben wider. Die  Aufstellungsberichterstattung begann 1951 und damit zu einer Zeit, in der die Blau-Weiß-Hockeyer als Abteilung dem Fußball-Verein Speyer angegliedert waren. Gespielt wurde auf einem tiefer gelegenen Nebenplatz des FV-Stadions „Am Rosssprung“ und seit 1953 auf dem Weiherhof. 

 

Die Chronik im ersten Buch beginnt am 14. Januar 1951, Speyer spielte damals mit vier Mannschaften zu Hause gegen den Dürkheimer HC.  Mit der Hand aufgeschrieben sind: 

Erste Herren (Speyer 4:0-Sieger): Boegner – Lubich, Winkler – Bähr, Huppuch, Fuxloch – Jester, Batzer, Deuter, Werner Schopp, Karl Schopp.

Zweite Herren (Speyer 3:0): Hubert Roth – Schütz, Rohbach – Clemens, Hammer, Gassmann – Leist, Huscher, Gerstmann, Sohn, Sichling.

Damen (Speyer 4:0): Arnhold - Albig, Schaidt -  Heidrich, Gerstmann, Winkler – Andrae, Endres, Castor, Schopp, Bold. Schüler (Speyer 2:0): Wingenfelder – Köhler, Zeiger – Hagelstein, Stahl, Merkel – Waldemar Löser, Flößer, Bold, Flügel, Jeschke.

 

Chronik eins endet mit dem Knaben-Spiel Englisches Institut Heidelberg – HC Speyer (Ergebnis nicht überliefert) am 10. Juli 1960 und dem Hinweis, „das neue Buch beginnt mit dem Spiel HC Speyer – TG Heidelberg 5:0 am 28. August 1960“. Wo sich dieses Buch  befindet, ist nicht bekannt. Die zweite vorhandene Chronik startet am 17. Mai 1969 mit der den Speyerer Aufstellungen der ersten Mannschaft (2:2 gegen Bad Dürkheim), der Jugend (Ergebnis gegen Dürkheim nicht vermerkt) und einer Mannschaft Damen/Weibliche Jugend, die den Dürkheimerinnen mit 1:3 unterlag. Den Abschluss dieses Buches bildet ein eingeklebter „Rheinpfalz“-Artikel vom Spiel der ersten Speyerer Herren-Mannschaft bei TG Worms, das die von dem Nationalspieler Peter Trump trainierten Speyerer Oberligisten mit 13:2 gewannen.

(wk)

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